Auch wenn das Geraune über die Oscars das ganze Berlinale-Geplauder als Stadtgespräch längst abgelöst hat, zeigen wir noch mal eins der untergegangenen Highlights der Filmfestspiele: Die sagenhaften Yes Men crashen die Gala “Cinema for Peace”. Warum? BMW war Sponsor und “Cars cause Wars”. Die Jungs im Kugelkostüm sind auf jeden Fall sehenswert:
Wir haben dann noch mal bei den Yes Men nachgefragt, warum Autos Krieg bedeuten? Hier die Antwort von Jasager Mike Bonanno:
Warum Autos Krieg bedeuten? Gute Frage. Autos brauchen Öl. Für diese verschwindende Ressource sind die USA in den letzten Jahren auf drei Kontinenten in den Krieg gezogen. Natürlich im Irak und dann gibt es die weniger sichtbaren Kriege gegen die indigene Bevölkerung in Nigeria und Venezuela/Columbien. Im großen Maßstab bedeuten Autos Kriege vor allem wegen des drohenden Klimawandels. Wenn er nicht begrenzt wird, wird er Konflikte in nie gekanntem Maß auslösen. Die UN warnen vor einer Milliarde Flüchtlingen bis 2050 durch den Klimawandel. Klimaflüchtlinge bedeuten Wettbewerb um Ressourcen, in der Geschichte haben große Vertreibungen und Migrationen zu blutigen Konflikten geführt. Das meinen wir mit “Cars cause Wars”. Wenn BMW eine Friedensgala schmeißt, ist das wie wenn der Henker seinem Opfer eine Zigarette schenkt, bevor er den Kopf abhackt - Ja, großzügig. Aber wie großzügig ist denn der ganze Plan?
Warum Autos Krieg bedeuten? Gute Frage. Autos brauchen Öl. Für diese verschwindende Ressource sind die USA in den letzten Jahren auf drei Kontinenten in den Krieg gezogen. Natürlich im Irak und dann gibt es die weniger sichtbaren Kriege gegen die indigene Bevölkerung in Nigeria und Venezuela/Columbien.
Im großen Maßstab bedeuten Autos Kriege vor allem wegen des drohenden Klimawandels. Wenn er nicht begrenzt wird, wird er Konflikte in nie gekanntem Maß auslösen. Die UN warnen vor einer Milliarde Flüchtlingen bis 2050 durch den Klimawandel. Klimaflüchtlinge bedeuten Wettbewerb um Ressourcen, in der Geschichte haben große Vertreibungen und Migrationen zu blutigen Konflikten geführt.
Das meinen wir mit “Cars cause Wars”. Wenn BMW eine Friedensgala schmeißt, ist das wie wenn der Henker seinem Opfer eine Zigarette schenkt, bevor er den Kopf abhackt - Ja, großzügig. Aber wie großzügig ist denn der ganze Plan?
Und Jasager Nummer Zwei, Andy Bichlbaum fügt noch hinzu:
Die Nazi-Vergangenheit von BMW macht das Unternehmen zu einem merkwürdigen Kandidaten füf eine Friedesngala. Ok, sie haben sich entschuldigt und so, aber Mike Metapher vom Kopflosen Raucher und dem Henker wird dadurch einfach noch weirder.
Eine brandheiße zitty-Reportage über den kalten Krieg um die Klimapolitik in Berlin gibt es hier.
Ein Bericht über die Yes Men aus dem Berlinale-Spezial findet sich hier.
Zum Blog der Yes Men geht es hier.
Der Beitrag wurde, von Daniel Boese, am Mittwoch, den 25. Februar 2009 um 12:52 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Interessante Aussagen da von den beiden Aber vielleicht sollte man den Jungs mal erzählen, dass es neben BMW noch andere Automarken gibt und BMW prozentual gesehen wohl kaum merklich am globalen CO2-Ausstoß beteiligt ist, man bedenke nur die tausenden LKWs und die Millionen von Kleinwagen. Dazu kommt, dass BMWs für ihre Leistung weit unterdurchschnittlich verbrauchen und daher eher wenig “Öl” verbrauchen. Außerdem könnte man bei solchen Aussagen berücksichtigen, dass die Industrie weitaus mehr CO2 emittiert als der Straßenverkehr. Aber das wäre nicht so schön polemisch. Auch der Verweis auf die Geschichte hinkt. Hatte Mitsubishi etwa nicht seine Finger im Zweiten Weltkrieg? Oder Porsche? Oder Mercedes? Oder Ford? Fakt ist, dass jeder große Hersteller, der zur Zeit des Zweiten Weltkriegs bereits existent und bedeutend war, auf seiner jeweiligen Seite am Krieg teilgenommen hat. Ja, auch BMW, aber da ist man in - wenn man so will - guter bzw. schlechter Gesellschaft. Die Geschichte der Familie Quandt sollte dabei im Übrigen nicht mit der Geschichte der Firma BMW gleichgesetzt werden. Die Quandts halten zwar einen Großteil der BMW-Aktien, sind aber erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg dort eingestiegen. Der Film “Das Schweigen der Quandts” betrifft BMW daher auch nur über mehrere Ecken… Aber gut, lassen wir das, einfacher ist es natürlich, sich bunte Kostüme anzuziehen und ohne Hintergrundinformationen draufzuhauen.
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